Entstehung des Samariterbundes Österreichs

Der Zusammenbruch der Habsburgermonarchie führte auch im heutigem Österreich zu einem vorübergehendem Machtvakuum. Eine Folge war die Bildung von "Arbeiter-Räten" und "Arbeiter-Wehren". Daraus entwickelte sich bis 1923 der "Republikanische Schutzbund".

Die Entstehung dieser Wehrorganisation der Sozialdemokraten muss im Zusammenhang mit der politischen Polarisierung in der Zwischenkriegszeit gesehen werden, denn auch das christlich-soziale "Lager" verfügte mit der "Heimwehr" über eine "Parteiarmee". Der Schutzbund sollte ursprünglich keine Armee sein, doch benötigte er, wie die Erfahrungen des 1. Weltkrieges zeigten, eine eigene Sanitätseinheit.

Bei der Antikriegsdemonstration am 27. Juni 1924 wurde für die Sanitäter erstmals eine Dienstanweisung erlassen. In der Folge nahmen die Sanitätseinrichtungen bei sozialdemokratischen Massenveranstaltungen immer mehr die Form einer eigenen Organisation an. Die Sanitäter trugen bereits Armbinden mit dem weißem Kreuz auf rotem Grund mit den Buchstaben A.S., "Arbeiter-Samariter". Bei der "Hauptvorstandsitzung" des ASBÖ am 12 Mai 1927 fasste man den Beschluss zur Gründung eines "Österreichischen Arbeiter-Samariter-Dienstes".

Ab Februar 1928 wurden bereits die ersten "Erste Hilfe-Kurse" abgehalten.

Die neue Organisation trat immer wieder bei Sanitätsüberwachungen von Massenveranstaltungen auf, wie der "Arbeiterolympiade" des Jahres 1931 in Wien, bei der auch erstmals der Begriff "Arbeiter-Samariter-Bund" verwendet wurde.
1932 erfolgte die organisatorische Trennung vom ASBÖ. Emblem des neuen Vereins, der in seinem Gründungsjahr 523 Mitglieder hatte, wurde das weiße Kreuz auf rotem Feld mit den Buchstaben ASB, wobei das S in der Kreuzmitte doppelt so groß wie die übrigen Buchstaben war.

Vermittlung von Kenntnissen in "Erster Hilfe" war auch in Österreich ein zentrales Anliegen der "Samariter-Kolonnen", die bald auch in anderen Orten des Landes entstanden. In Oberösterreich ist nur eine Kolonne oder Gruppe des ASBÖ in der Zwischenkriegszeit nachzuweisen, nämlich in Steyr.

Eine wichtige Rolle spielten die Sanitäter des ASBÖ bei der Versorgung der Verwundeten im Zuge der bürgerkriegsähnlichen Unruhen im Februar 1934. Dem Verbot sozialdemokratischer Organisationen und Vereine durch das Dollfuß-Regime fiel auch der ASBÖ zum Opfer.

Der Wiederbeginn nach dem Weltkrieg

Bereits 1946 nahmen Schweizer Samariter mit ehemaligen österreichischen ASBÖ- Angehörigen Kontakt auf, um die Wiedergründung des Samariterbundes vorzubereiten.

Am 3. Juli 1947 trat der erste Bundesvorstand des wiedererstandenen ASBÖ zusammen und beschloss bei dieser Gelegenheit auch das bis heute verwendete Emblem, weißes Kreuz mit rotem S in der Kreuzmitte auf rotem Grund.

Nachdem 1948 die Gruppe Wien-Leopoldstadt gegründet wurde, entstanden solche bald auch in den Bundesländern.
Den ersten großen Katastropheneinsatz erlebten die Samariter anlässlich des Jahrhunderthochwassers 1954. Auch bei der Betreuung der Flüchtlinge, die 1956 aus Ungarn kamen, half der Samariterbund in vorbildlicher Weise.
Entscheidend für die Weiterentwicklung war 1970 eine Novelle des Wiener Krankenbeförderungsgesetzes, das erstmals die Gleichstellung des Samariterbundes mit anderen Rettungsorganisationen brachte.

Weiterführende Informationen auch unter www.samariterbund.net/museum